SEGELN &

TAUCHEN

 

Zwei Hobby´s, die sich nicht

miteinander kombinieren lassen?!?

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"Wracktauchen á la carte!"

 

Südfrankreichs Mittelmeerküste gehört zu Europas besten Tauchgebieten, vor allem wenn es um Wrack´s geht.
"Segeln Exquisit!"

 

Die Küste der Provence, gehört zu den abwechslungsreichsten Segelgebieten des Mittelmeers

Im September´99 war ich mit Freunden auf einem Segeltörn in Südfrankreich.

Wie wir diese Gegensätze dennoch sehr gut in Einklang bringen konnten,

könnt Ihr hier erfahren!

 

Diese beide faszinierenden Sportarten miteinander zu verbinden sollte doch keine Illusion bleiben! Wenn gleich die Aussage von eingefleischten Seebären istt: "Segelboot und Tauchsafari, das sind zwei Aktivitäten, die sich nicht miteinander vereinbaren lassen! Punkt, Schluss und Aus!!!!" Ungeachtet dessen, begann im Frühjahr 99´die Planung zu einer Segelbootfahrt in Südfrankreich mit eingebauten Tauchzielen. Zugegeben, die Skepsis der angeheuerten Crew war gross. Alle "Tauchfreak´s" und "Seebären" wussten genau Bescheid. Selbst auf einem 40 Fuss langen Segelschiff ist das Platzangebot nicht gross genug.

"Wo soll die Ausrüstung untergebracht werden? Wie die Flaschen füllen, Platz für einen Kompressor haben wir da nicht! Und überhaupt, wie sollen die Tauchplätze gefunden werden?" All diese Fragen waren berechtigt und es gab nur eine Lösung für diese Probleme:

 

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Eine Katamaran
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Eine Reise auf der "Coriolis", so heisst das Schiff, bietet alle Voraussetzungen, Tauchplätze im Mittelmeer zu erkunden. Die Voraussetzungen sind ideal:
September ist eine günstige Reisezeit mit guten Sichtweiten unter Wasser und  idealem Segelwind. Ausgerüstet mit modernster Navigationstechnik GPS, Radar, Echolot, können die besten
Wracks in Südfrankreich auf eigene Faust erkundet werden. Und all das mit einer erfahrenen "Crew", die Segel und Taucherfahrung hat!

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Tauchen      *

          *          Segeln

  *     Schwimmen   

Sonne                 *

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"Hier lag also unser Katamaran
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Flach wie eine Flunder!"
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Das Schiff

Da lag der strahlend weiße Katamaran an der Kai- Mauer. Bullig wirkte er von vorne. Über eine 2 m langen Steg gelangt man auf das 48 Fuß lange und 24 Fuß breite Schiff. Die Deckfläche von insgesamt 100 m² bietet viel Bewegungsfreiheit für uns. Auf dem Vorschiff entsteht durch das begehbare Netz (Trapez) zwischen den beiden Rümpfen, viel Platz zum Relaxen. Die Außenbehälter bieten viel Stauraum für das Tauch- Equipment. Hinten am Heck ist das Zodiac mittels Seil an zwei Auslegern befestigt. Der hohe Segelmast von ca. 20 m mit dem ordentlich verpackte großflächiges Segel ist für hohe Geschwindigkeit ausgelegt. Zwei Steuerstände, einer davon ist mit Autopilot ausgestattet, bietet einen  super Bedienungskomfort. Beim Betreten des Salons weht einem ein Hauch von Luxus entgegen (Leder und viel Platz). Gut eingerichtete Küche mit Backofen und Kühlschrank, in der Mitte ein großer Eichenholztisch. Ein Navigationstisch mit großen Bildschirmen für GPS, Radar und Echolot, da schlägt das Herz eines Kapitäns und eines engagierten Wracktauchers höher. Mit diesem Equipment wird die Segelroute und das Auffinden von Wrack´s ein Kinderspiel. In jedem Rumpf sind drei geräumige Doppelkabinen mit je zwei Duschen und WC vorhanden. Kurz um, der Komfort und das Platzangebot sind riesig. Der Kompressor auf dem Hinterdeck verliert sich auf der großen Plattform.

Segelromantik

 

Nun nur noch die Ausrüstung bunkern und ”Leinen los”. Mit Diesel aus dem Hafen fahren und sofort das über 100 m² Großsegel setzen. Trotz großen Winschen ist es ein Kraftakt die Segel an dem 20 Meter hohen Mast hoch zu ziehen. Dann wird das Segel vom Wind gefüllt und der Kat setzt sich flott in Bewegung. Mit Leichtigkeit werden 10 Knoten Fahrt erreicht. Ruhig gleitet der Katamaran mit seinen Kufen wie ein Schlittschuhläufer über das blaue Wasser hinweg. Hervorragende Fahreigenschaften und viel Platzangebot - zwei Eigenschaften, welche die Konstruktion eines Katamarans in sich vereint. Nach nur 2 Stunden segeln ist das erstes Segel- bzw. Tauchziel erreicht. Die Halbinsel von Gienes mit den vorgelagerten ”Goldinselnl”. Hier südöstlich von Porquerolles liegt auch das erste Wrack, welches am nächsten Tag genauer erforscht werden soll.

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"Unser Schiff, unglaublich, mit dem höchsten Mast im Hafen von Porquerolles."

 

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Die Goldinsel
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Am nächstenMorgen weht jedoch ein starker Mistral und es herrschen hohe Wellen. Ein ruhiges Ankern am Wrack ist somit nicht möglich. Es bleibt  nur eine Möglichkeit, während der Fahrt ins Wasser springen und später vom Zodiac einsammeln zu lassen. Aber der Aufwand lohnt sich. Unter uns liegt wohl eines der schönsten Wracks des Mittelmeeres die ”Donator”. Bei der Überfahrt des Wracks, sind die groben Formationen mit dem Echolot gut zu erkennen. Der Käptain fährt nochmals eine Wende und auf Kommando muß alles blitzschnell gehen. "Fertig!  Los!” Platsch, vier Taucher springen vom Heck gleichzeitig in das Wasser. Nur ich springe mit einer halben Umdrehung von Bug zwischen die zwei Rümpfe, lasse den Kat über meine Kopf fahren und hoffe, daß am Heck Backbordseite die Kamera gereicht wird. Alles geht sehr schnell. Rechter Arm nach oben, Kamera erfassen und mit der linken Hand gleichzeitig den Schnellablass am Jacket ziehen. Mit jeder Sekunde an der Oberfläche treibt man von der Position des Wracks bzw. von der Tauchergruppe weg.

 

Das Wrack liegt fast 50 Meter tief im Sandgrund, in der sogenannten Grande Passe, der Passage zwischen Porquerolles und der Nationalparkinsel Port- Cros. Die "Donator" zieht jeden Tag viele Taucher magisch an, denn der Zauber dieses Wracks hält sie gefangen. In der Tat, dieses Wrack ist einmalig. Die Laderäume sind geräumig und einfach zu

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Tiefrot und leuchtend
gelbe Gorgonien
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betauchen. Regelmäßig können hier Zackenbarsche und Conger gesehen werden. Vor allem ist das Wrack mit tiefroten und leuchtend gelben Gorgonien sehr schön bewachsen. Tiefenerfahrene Taucher können in 52 Meter Tiefe die mächtige Schraube des 80 Meter langen Frachtschiffes 

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Der immer weiter auffrischende Wind ermöglicht keine weiteren Tauchgängen.  Somit auch nicht die nur einige hundert Meter von der ”Donator” entfernte ”Le Greck” oder auch ”Le Sagona” genannt. Das 1945 an einer Minenexplosion gesunkenem Wrack ist phantastisch. Es bleiben nur die Erinnerungen und der damalige Lobucheintrag übrig: "Verstrebungen und Flanken sind von zauberhaften Gorgonien bedeckt. Leicht betauchbare Aufbauten und großer Fischreichtum". Aber zugegeben, das Wetter spielt hier immer die Hauptrolle. Der Mistral ist oft der Grund, daß die Reiseroute, gerade mit einem Segelschiff, unerwartet abgeändert werden muß. Doch solche ”Ausweich- Tauchplätze”
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Coriolis durch das Mittelmeer. Vorbei an den schönsten Küstanabschitte der Provence. Wie immer, wenn der Kat bei gutem Wetter segelt, ist das Trapez voll besetzt. Neben dem phantastischen Blick auf Schiff und Takelage, offenbaren sich nur hier die beiden Gischt umschäumten Bugspitzen. Jetzt tauchen dort auch noch Delphine auf, die jedoch mit immenser Geschwindigkeit genauso schnell wieder verschwinden.

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"Le Saphis" in 23 Meter Tiefe!

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Zur Geschichte der Le Saphis

Stapellauf 1864 in Seyne. Am 9.10.1887 lief das Dampfschiff von ca. 53 m Länge und 526 Tonnen südwest- westlich auf die Insel La Formigue auf.

Heute liegen die Trümmer in einem Umkreis von 60 Meter sehr verstreut, direkt am Fusse des Abhanges der Insel. Eine Peilung ist nicht nötig, man folgt den Formigues Richtung Cap Bénat und findet in 10 m Tiefe die Dampfkessel und auf 23 Meter den Bug.

Tauchen ohne Probleme, außer bei Strömung!
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Die Bucht von Cassis
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Die Bucht von Cassis ist nicht nur ein Treffpunkt für Schnorchler und Taucher. Vorallem in den Sommemonaten fahren viele

Touristenboote in diese traumhafte Bucht ein. 

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Auch die Freeclimber und Gleitschirmflieger haben die Schönheit der Klippen erkannt. Immer wieder sind Kletterer an den Steilwänden zu sehen. Einige Wagemutige springen von den nur 100 Meter hohen Felsen in die Tiefe hinunter.

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"Ordnung muss sein!"

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Ein Streifzug durch die UW- Welt

von Südfrankreich
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Jeder Taucher, der schon einmal zu einem Wrack hinab getaucht ist, kennt die Faszination, die von einem untergegangenem Schiff ausgeht. Insbesondere an den Küsten der Provence in Südfrankreich liegen viele, sogar sehr viele dieser Wracks.

Der besondere Reiz geht nicht nur von den Wrack´s aus. Auch die Unterwasserwelt ist faszinierend.

Überzeugt Euch selber von den nächsten Bildern:

 

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In den frühen Morgenstunden lichtet die "Coriolis" den Anker und die Fahrt geht zurück zum Heimathafen Le Lavandu. In den vergangenen Wochen konnten wie die Kombination Segeln & Tauchen prima erproben. Die Aussage "Segelboot und Tauchsafari, das sind zwei Aktivitäten, die sich nicht miteinander vereinen lassen!, konnte nicht bestätigt werden.

Und daß selbst der grösste Pessimist am Ende Tour sagt: "...... und die nächste Segel- Tour geht in die Karibik..........     ................natürlich mit Tauchen!"   bestätigt dies.

 

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Ende

 

 

Copyright 2000 Andreas Gerber

 

 

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